Das Pro­jekt der Wie­der­be­le­bung des Tourismus

image_​vulture / Shut​ter​stock​.comDie Naka­mi­se-dori im Okto­ber 2020: Damals sorg­te die «Go To Travel»-Kampagne zwi­schen­zeit­lich für einen Boom bei den Inlandsreisen.

In Japan hat die fünf­te und bis­lang schwers­te Coro­na-Wel­le über­wun­den. Die Zahl der täg­li­chen Neu­an­ste­ckun­gen ist auf unter 1000 gesun­ken (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Seit die­ser Woche ist eine neue Regie­rung im Amt, die nun die nächs­ten Schrit­te pla­nen muss (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Hier­zu zählt die Auf­ga­be, die stark gebeu­tel­te Tou­ris­mus­bran­che wie­der in die Gän­ge zu bringen. 

Okto­ber 2021 – Täg­lich ein Stück Japan: Dass es die­sen unab­hän­gi­gen Blog noch gibt, ist ein­zig der akti­ven Unter­stüt­zung der Leser zu ver­dan­ken. Jeder Bei­trag ist wert­vol­ler als ein Like. 

Im letz­ten Jahr tat sie dies mit staat­lich finan­zier­ten Rei­se­ver­güns­ti­gun­gen (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Das soge­nann­te «Go To Travel»-Programm, das Über­nach­tungs­ra­bat­te von bis zu 50 Pro­zent anbot, war ein Erfolg. Letzt­end­lich trug die ver­mehr­te Rei­se­tä­tig­keit aber auch dazu bei, dass die Coro­na-Fall­zah­len wie­der anstie­gen. Ende 2020 wur­de die Kam­pa­gne auf Eis gelegt und in die­ser Form nie wie­der belebt (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Das Pro­jekt «Go To 2.0»

Seit dem Ende des Not­stan­des wird wie­der offen über eine Rück­kehr von «Go To Tra­vel» gespro­chen. Klar ist, dass die Kam­pa­gne nicht in der alten Form wie­der akti­viert wer­den kann. Zu gross ist die Sor­ge vor einer sechs­ten Wel­le. Von «Go To 2.0» ist nun die Rede. Gemeint ist eine Wie­der­be­le­bung, ohne die jüngs­te Erfol­ge in der Pan­de­mie-Bekämp­fung zu gefähr­den. Dabei ist nahe­lie­gend, dass die Ein­füh­rung des Covid-Zer­ti­fi­kats für Geimpf­te und Getes­te­te eine zen­tra­le Rol­le spie­len könn­te. In einem sol­chen Fall wür­den ein­zig Besit­zers eines gül­ti­gen Zer­ti­fi­kats die Ver­güns­ti­gun­gen in Anspruch neh­men dür­fen. Noch hat die Regie­rung kei­ne kon­kre­ten Plä­ne vor­ge­stellt. Der neue Tou­ris­mus­mi­nis­ter Tet­suo Sai­to hat jedoch bestä­tigt, dass er die Wie­der­ein­füh­rung von «Go To Tra­vel» in Über­ein­stim­mung mit der Coro­na-Lage prü­fen wer­de. Das Pro­gramm sei für die Erho­lung der Bran­che unerlässlich.

Das finan­zi­el­le Poten­zi­al ist gross. Die Bank of Japan schätzt, dass die Japa­ner im ver­gan­ge­nen Jahr auf­grund der Coro­na-Kri­se rund 20 Bil­lio­nen Yen nicht aus­ge­ben konn­ten. Ein beträcht­li­cher Teil die­ser Erspar­nis­se wird zwei­fel­los in das Rei­sen flies­sen. So hat eine Umfra­ge des Markt­for­schers CCC erge­ben, dass die Bedürf­nis­se nach Inlands­rei­sen (22,7%), Tref­fen mit Freun­den (13%) und Aus­lands­rei­sen (9,7%) beson­ders gross sind. Von einer kom­men­den Pha­se des Riben­ji-shōhi (dt. «Revan­che-Kon­sum») wird in Japan gespro­chen. Ver­säum­tes soll aus­gie­big nach­ge­holt werden. 

War­ten auf die aus­län­di­schen Touristen

Die japa­ni­sche Hotel- und Tou­ris­mus­bran­che ist drin­gend auf die Ein­nah­men durch den Inlands­tou­ris­mus ange­wie­sen. Denn für die aus­län­di­schen Besu­cher blei­ben die Gren­zen seit April 2020 geschlos­sen. 2021 wird aller Vor­aus­sicht nach zu einem «Null-Tou­ris­ten-Jahr» wer­den (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Auch der neue Tou­ris­mus­mi­nis­ter konn­te zu einer mög­li­chen Ein­rei­se­lo­cke­run­gen nichts sagen. Er beton­te ein­zig, dass Japan am Ziel von 60 Mil­lio­nen aus­län­di­schen Besu­chern bis zum Jahr 2030 festhalte.

Im Shop
An alle Leser
Freiwilliges Abo

An alle Leser

Täg­lich Japan: Die­ser Blog braucht Ihre Unterstützung.

ABONNENT WERDEN

Jan in Japan
Buch

Jan in Japan

60 Orte abseits von Tokio und Kyo­to: Eine Rei­se durch den viel­fäl­ti­gen Inselstaat.

BUCH KAUFEN

In Japan
Buch

In Japan

Der prak­ti­sche Rei­se­füh­rer von Jan Knü­sel in der 6. Auflage.

BUCH KAUFEN