Die Rück­kehr der Zuschauer

Foto: Depo​sit​pho​tos​.comTen­denz stei­gend: Die täg­li­chen Covid-19-Fäl­le vom 16. Janu­ar bis 10. Juli 2020.

DIE WOCHE IM RÜCK­BLICK – Seit zwei Wochen zeigt die Kur­ve in Japan wie­der deut­lich nach oben. Ins­be­son­de­re Tokio und die umlie­gen­den Regio­nen kämp­fen mit einer Zunah­me an Anste­ckun­gen. Seit Don­ners­tag gab es allein in der japa­ni­schen Haupt­stadt täg­lich über 200 neue Covid-19-Fäl­le, im gan­zen Land waren es ges­tern mehr als 400. Damit ist Tokio wie­der auf einem Niveau von Mit­te April, als in Japan der Not­stand galt. Eine wei­te­re Auf­fäl­lig­keit ist die Rück­kehr von Covid-19-Fäl­len in allen Ecken des Landes. 

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Trotz die­ser aktu­el­len Ent­wick­lung scheint die Regie­rung nicht all­zu beun­ru­higt zu sein. Die­se betont, dass sich im Moment vie­le jün­ge­re Men­schen zwi­schen 20 und 39 Jah­ren im Nacht­le­ben anste­cken. Es gebe daher weni­ger schwe­re Krank­heits­ver­läu­fe als noch im März und April. Tokios Gou­ver­neu­rin Yuri­ko Koi­ke betont der­weil, dass inzwi­schen mehr getes­tet wer­de. Tat­säch­lich führt die Haupt­stadt nun täg­lich rund 3000 PCR-Tests durch. Das ist drei Mal so viel wie Anfang Juni. 

Stil­le Zuschauer

jarun­cha / Shut​ter​stock​.comEin Archiv­bild vom Sta­di­on in Yoko­ha­ma, das 35’000 Zuschau­er fasst. Vor­erst dür­fen wie­der 5000 Zuschau­er Platz nehmen.

Für die Zen­tral­re­gie­rung gibt es daher (noch) kei­nen Grund einen wei­te­ren Not­stand aus­zu­ru­fen, ganz im Gegen­teil. Am Frei­tag tra­ten bereits neue Locke­run­gen in Kraft. Die Pro­fi­li­gen im Base­ball und Fuss­ball dür­fen ihre Sta­di­en wie­der etwas mehr öff­nen. Es sind nun maxi­mal 5000 Zuschau­er erlaubt, die sich an kla­re Regeln hal­ten müssen. 

Beim Ein­gang wird die Kör­per­tem­pe­ra­tur gemes­sen. Die Zuschau­er müs­sen wäh­rend des Spiels Mas­ke tra­gen. Wäh­rend des Spiels müs­sen sie auf Geschrei und Gesang ver­zich­ten. Somit bleibt nur noch das Klat­schen und das Spie­len klei­ner Instru­men­te (hier ein Ein­druck von der Stim­mung). Ab dem 1. August dür­fen vor­aus­sicht­lich wie­der 50 Pro­zent der Plät­ze in den Sta­di­en besetzt wer­den, sofern die Covid-19-Zah­len sta­bil bleiben. 

Eine Natur­ka­ta­stro­phe als Weckruf

In vie­len Regio­nen Japan ist das Coro­na­vi­rus die­ser Woche zur Neben­sa­che gewor­den. Anhal­ten­der Stark­re­gen auf der Süd­in­sel Kyus­hu bis in die Prä­fek­tu­ren Gifu und Naga­no auf der Haupt­in­sel Hons­hu haben eine Spur der Ver­wüs­tung hin­ter­las­sen. Über 12’000 Häu­ser in 19 Prä­fek­tu­ren wur­den durch Über­schwem­mun­gen beschä­digt. Min­des­tens 68 Men­schen sind gestor­ben. Wei­te­re 13 Men­schen wer­den ver­misst. Am schwers­ten betrof­fen ist die Prä­fek­tur Kuma­mo­to auf Kyus­hu. Die Süd­in­sel erlebt inzwi­schen fast jähr­lich wäh­rend der Regen­zeit Tage mit hef­ti­gen Regen­fäl­len und Überschwemmungen. 

Pre­mier­mi­nis­ter Shin­zo Abe hat die Unwet­ter als eine «Kata­stro­phe aus­ser­or­dent­li­chen Aus­mas­ses» dekla­riert. Dies ermög­licht den Per­so­nen, die Scha­den erlit­ten haben, staat­li­che Unter­stüt­zung zu erhal­ten. Es ist das sieb­te Mal, dass die­se höchs­te Kata­stro­phen­stu­fe aus­ge­ru­fen wur­de. Die­se ver­hee­ren­den Unwet­ter sind zudem ein Weck­ruf für die Eva­ku­ie­rungs­zen­tren. Auf­grund der Anste­ckungs­ge­fahr durch das Coro­na­vi­rus wird Japan die Zahl der Zufluchts­or­te im gan­zen Land aus­bau­en müs­sen. Hotels und Ryo­kan spie­len bei die­ser Ent­las­tung eine wich­ti­ge Rol­le (Asi­en­spie­gel berich­te­te).


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